Bankensektoren

Bankensektor in Europa

2012 war die Entwicklung des Bankensektors in Europa von der Staatenschuldenkrise der Euro-Länder und der Forderung an systemrelevante Banken, ihr Eigenkapital zu erhöhen, geprägt. Der Start in das Jahr verlief gut. Bis Mitte März gewann der Branchenindex Stoxx 600 Banks in EUR 17 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte aktiv in den Markt eingegriffen und den Krisenländern Finanzhilfen zugesichert. Als sich jedoch die Bankenkrise in Spanien verschärfte, verlor der Index bis Ende Mai über 30 Prozent. Die angespannte Lage stabilisierte sich erst Mitte 2012. Im Juni bekräftigte die EU-Kommission Pläne für eine zentrale europäische Bankenaufsicht, auf die sich die EU-Finanzminister Mitte Dezember einigten. Ende Juli hatten die Finanzminister der Euro-Zone zudem entschieden, Spanien finanzielle Unterstützung für die Rekapitalisierung von Banken zu gewähren. In der Folge erholte sich der Branchenindex Stoxx 600 Banks rasant und legte seit dem Tiefstand vom 4. Juni 2012 bis Ende des Jahres um 37.4 Prozent zu.

Bankensektor in Liechtenstein und der Schweiz

In Liechtenstein wie in der Schweiz wirkten sich die Unsicherheiten in Europa auch 2012 negativ auf die Kurse der Bankaktien aus. Daneben belasteten die Unstimmigkeiten in Steuerthemen mit den USA und mit Deutschland die allgemeine Lage. Hinzu kamen 2012 bei anhaltendem Margendruck im grenzüberschreitenden Vermögensverwaltungsgeschäft erneut steigende Kosten. Zinsen nahe null minderten die Profitabilität.

Vom insgesamt sehr positiven Börsenjahr 2012 konnte eine Reihe von Banken in der Schweiz und in Liechtenstein kaum profitieren. Unter den 50 schwächsten Titeln im Swiss Performance Index (SPI) finden sich elf Bankentitel. Der SPI Banken wies 2012 eine Rendite von 14.0 Prozent aus.

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