5 Entschädigungen, Beteiligungen und Darlehen

5.1 Inhalt und Festsetzungsverfahren der Entschädigungen und der Beteiligungsprogramme

5.1.1 Zuständigkeit und Festsetzungsverfahren

Das Group Nomination & Compensation Committee (vgl. Punkt 3.4.2 «Personelle Zusammensetzung sämtlicher Verwaltungsratsausschüsse, deren Aufgaben und Kompetenzregelung»), dem ausschliesslich unabhängige Mitglieder des Verwaltungsrates angehören, schlägt dem Verwaltungsrat die Grundsätze und Reglemente für die Entschädigung des Verwaltungsrates einerseits und der Gruppenleitung andererseits sowie die Höhe der Entschädigungen für die Mitglieder des Verwaltungsrates und der Gruppenleitung vor. Der Verwaltungsrat in corpore genehmigt die Grundsätze und Reglemente für die Entschädigung und setzt die Höhe der Entschädigungen für sich und die Mitglieder der Gruppenleitung fest.

Für die Ausgestaltung der Entschädigungen wurde 2012 kein Berater beigezogen. Der Verwaltungsrat erstellt einmal pro Jahr aus öffentlich zugänglichen Quellen – unter Berücksichtigung vergleichbarer Banken (börsenkotierte Privatbanken und Kantonalbanken mit bedeutendem Private-Banking-Anteil) aus Liechtenstein und der Schweiz – eine Zusammenfassung über die Entschädigung von Verwaltungsratsmitgliedern, Verwaltungsratspräsidenten und Gruppenleitungsmitgliedern. Diese Zusammenfassung ermöglicht es dem Verwaltungsrat, sich an der Marktsituation zu orientieren. Der Entscheid über die Höhe der Entschädigung der Mitglieder des Verwaltungsrates und der Gruppenleitung beruht auf freiem Ermessen des Verwaltungsrates. Die Mitglieder der Gruppenleitung sind bei der Diskussion und bei der Entscheidung über die Höhe ihrer Entschädigung nicht anwesend. Der Verwaltungsrat hat gemäss Art. 12 Abs. 2 des Gesetzes über die Liechtensteinische Landesbank die für ihn festgelegte Entschädigungsregelung der Regierung zur Kenntnis zu bringen.

Auf die Durchführung einer Konsultativabstimmung über die Vergütung wurde an der Generalversammlung vom 4. Mai 2012 verzichtet. Als an der SIX Swiss Exchange kotierte Gesellschaft ist für die LLB massgeblich, wie die Schweiz die Vergütungsthematik regelt. Am 3. März 2013 kommt die Volksinitiative «gegen die Abzockerei» zur Abstimmung. Zu deren zentralen Forderungen gehört, dass die Aktionäre börsenkotierter Unternehmen jährlich über die Gesamtsumme der Vergütungen des Verwaltungsrates, eines Beirates und der Gruppenleitung abstimmen. Das Schweizer Parlament beschloss, der Initiative einen indirekten Gegenvorschlag in Form einer Revision des Aktienrechts gegenüberzustellen. Im Falle einer Ablehnung der Initiative tritt der Gegenvorschlag nach Ablauf der Referendumsfrist automatisch in Kraft. Für das EWR-Land Liechtenstein ist zugleich auch die Entwicklung in der Europäischen Union relevant.

5.1.2 Grundlagen

Mit der EU-Richtlinie 2010/76/EU hat die Europäische Union Vergütungsstandards festgelegt. Liechtenstein ist als EWR-Land verpflichtet, diese Richtlinie in nationales Recht umzusetzen. Mit der Inkraftsetzung des Anhangs 4.4 der «Verordnung über die Banken und Wertpapierfirmen» (Bankenverordnung) per 1. Januar 2012 hat Liechtenstein diese Vorgaben erfüllt. Wie in den Übergangsbestimmungen der Bankenverordnung festgehalten, gilt die Regelung für die Vergütung von Leistungen, die im Jahr 2012 erbracht werden.

Der Verwaltungsrat der LLB hatte am 18. August 2011 ein Gruppenreglement «Vergütungsstandards» für die Liechtensteinische Landesbank AG und deren Gruppengesellschaften erlassen. Dieses trat am 1. Januar 2012 in Kraft. Basierend auf Anhang 4.4 der Bankenverordnung regelt es die Rahmenbedingungen für die gruppenweite Vergütungspolitik, insbesondere hinsichtlich ihrer Abstimmung mit dem Risikomanagement. Es setzt die Grundlagen, Werte und Ziele fest und bestimmt die Mindestanforderungen für die Ausgestaltung der Vergütungssysteme. Zudem regelt es das gruppeninterne und -externe Reporting sowie die jeweiligen Zuständigkeiten.

Das Gruppenreglement gilt für den Verwaltungsrat, die Gruppenleitung, die höheren Führungskräfte der Kontrollfunktionen, die Risikonehmer sowie die Mitarbeitenden, die eine mit der Gruppenleitung vergleichbare Gesamtvergütung erhalten und deren Entscheide einen wesentlichen Einfluss auf das Risikoprofil haben.

Die Ausrichtung von Vergütungen für die Arbeitsleistung der Mitarbeitenden steht mit der Geschäftsstrategie sowie mit den Zielen und Werten der LLB-Gruppe in Einklang und basiert auf den folgenden Grundsätzen:

  • Nachhaltigkeit und Risikoadjustierung:
    Die Vergütungspraxis hat zur langfristigen betrieblichen Entwicklung beizutragen. Sie muss das Risikomanagement und das Bestreben nach dauerhaften Wertsteigerungen des Unternehmens sowie nach langfristiger Kunden- und Mitarbeitendenbindung unterstützen. Die Vergütungspolitik hat die Anreize so zu setzen, dass ein angemessenes Risikoverhalten von Einzelpersonen gewährleistet wird, um damit Interessenkonflikten entgegen zu wirken.
  • Leistungs- und Erfolgsorientierung:
    Die Vergütung hat die individuelle und auch die organisationsbezogene Leistung zu honorieren. Die Orientierung am Erfolg der Gruppengesellschaft oder der Gruppe fördert die Ausrichtung auf die langfristigen Interessen der LLB-Gruppe. Die Höhe der Erfolgsbeteiligung richtet sich unter anderem nach dem finanziellen Erfolg der Gruppe, der jeweiligen Gruppengesellschaft oder des Stammhauses. Die Berücksichtigung der individuellen Leistung dient der Leistungsmotivation, der Steuerung der individuellen Leistungsbeiträge zur Erreichung der Unternehmensziele und der Erhaltung von Leistungsträgern.
  • Vertrauensbasis:
    Die Ausgestaltung der Vergütungsregelungen und -prozesse fusst auf gegenseitigem Vertrauen zwischen Mitarbeitenden und Arbeitgeber.
  • Einfachheit, Klarheit und Verständlichkeit:
    Die Vergütungsregelungen und -modelle sind einfach, klar und verständlich zu halten. Mitarbeitende und auch Aussenstehende sollen die Grundlagen einfach nachvollziehen können.
  • Anforderungs- und Stufengerechtigkeit:
    Die Bemessung der Vergütung hat auch die Belastungen sowie die Wertigkeit der jeweiligen Funktion zu berücksichtigen und bildet die unterschiedlichen Anforderungen der Führungsstufen deutlich und fair ab.
  • Gruppenorientierung:
    Die Vergütung soll auch die Gruppenorientierung fördern. Mit einer Beteiligung an der langfristigen Wertentwicklung durch Miteigentum in Form eines geeigneten Aktienprogramms werden die Bindung an den Gruppenerfolg sowie eine erhöhte Identifikation mit der Gruppe angestrebt.

Die Grundsätze und Reglemente für die Entschädigung der Mitglieder des Verwaltungsrates und der Gruppenleitung werden periodisch überprüft. Die Entschädigungen für die Mitglieder des Verwaltungsrates und der Gruppenleitung werden jährlich festgelegt.

Der Verwaltungsrat bestimmt die Höhe der Vergütung seiner Mitglieder nach Massgabe ihrer Beanspruchung und Verantwortung. Die Verwaltungsräte erhalten eine fixe Entschädigung, sie wird in bar ausbezahlt. 2012 hat der Verwaltungsrat beschlossen, in Zukunft den Mitgliedern des Verwaltungsrates keine variablen Entschädigungen mehr auszurichten. Abgangsentschädigungen bei Beendigung des Mandats sind von Gesetzes wegen nicht zulässig (Art. 21 Abs. 2 des Gesetzes über die Steuerung und Überwachung öffentlicher Unternehmen).

Die Mitglieder der Gruppenleitung erhalten eine fixe und eine variable Entschädigung. Letztere ist in Form einer Erfolgsbeteiligung ausgestattet. Anspruch auf eine Erfolgsbeteiligung besteht nicht. Die fixe Entschädigung wird in bar ausgerichtet. Massgebend für die variable Entschädigung sind quantitative Ziele. Die variable Entschädigung beläuft sich (ohne Arbeitgeberbeiträge) auf maximal 0.8 Prozent des Konzernergebnisses des jeweiligen Kalenderjahres. Bei der Zuteilung an die Mitglieder der Gruppenleitung wird die individuelle Leistung berücksichtigt. Die variable Entschädigung ist auf die Höhe der fixen Entschädigung limitiert. Die Auszahlung erfolgt in bar, durch Zuteilung von gesperrten LLB-Aktien sowie in Form einer Anwartschaft für den Erwerb von LLB-Aktien. Die Aufteilung zwischen Bar- (max. 25 %), Aktien- (max. 40 %) und Anwartschaftsanteil (max. 45 %) ist reglementarisch fixiert. Den Mitgliedern der Gruppenleitung steht keinerlei Recht zu, das Verhältnis zwischen Barauszahlung, Aktien- und Anwartschaftsanteil zu bestimmen. Die Berechnung der Anzahl LLB-Aktien (Anwartschaft und gesperrte LLB-Aktien) erfolgt zum durchschnittlichen Kurswert des vierten Quartals des Geschäftsjahres. Die ausgegebenen LLB-Aktien unterliegen einer Sperrfrist von drei Jahren. Diese bleibt auch bei Austritt weiterhin bestehen. Aus der Anwartschaft wird nach drei Jahren ein Anspruch auf die Übertragung der entsprechenden LLB-Aktien. Diese 3-Jahresfrist gilt auch im Falle der Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Die Anwartschaft kann widerrufen oder reduziert werden, falls sich während der Drei-Jahresfrist eine wesentliche Änderung der Einschätzung von Leistungen und/oder des Risikoverhaltens ergibt. Nach Ablauf der Drei-Jahresfrist prüft der Vergütungsausschuss, ob die Voraussetzungen für das Entstehen des Anspruchs vorliegen. Er legt seinen Entscheid dem Verwaltungsrat zur Genehmigung vor. Dieser entscheidet endgültig.

Das Arbeitsverhältnis der Mitglieder der Gruppenleitung ist in Einzelarbeitsverträgen geregelt. Die Kündigungsfristen betragen vier Monate. Die Arbeitsverträge sehen keine Spezialklauseln wie beispielsweise Abgangsentschädigungen bei der Auflösung des Arbeitsverhältnisses, auch nicht im Fall eines Kontrollwechsels, vor.

Die Liechtensteinische Landesbank gewährt allen Mitarbeitenden (inkl. Gruppenleitung) branchenübliche Vorzugskonditionen auf Bankprodukte. Dabei handelt es sich vorwiegend um eine limitierte Vorzugsverzinsung im Hypothekarbereich und von Guthaben. Für den Verwaltungsrat gelten bei allen Geschäften mit der Bank marktübliche Konditionen.

5.1.3 Elemente

Die Mitglieder des Verwaltungsrates erhielten für das Geschäftsjahr 2012 eine fixe Entschädigung in Höhe von Tausend CHF 763. Die Beiträge an Vorsorgeeinrichtungen beliefen sich auf Tausend CHF 45. Die fixe Entschädigung wurde in bar ausbezahlt.

Die Mitglieder der Gruppenleitung erhielten für das Geschäftsjahr 2012 eine fixe Entschädigung in Höhe von Tausend CHF 2'970 und eine variable Entschädigung in Höhe von Tausend CHF 767. Die Beiträge an Vorsorgeeinrichtungen betrugen Tausend CHF 454. Die fixe Entschädigung wurde in bar entrichtet. Die Auszahlung der variablen Entschädigung erfolgte in bar (24.3 %), durch Zuteilung von gesperrten LLB-Aktien (34.5 %) sowie in einer Anwartschaft für den Erwerb von LLB-Aktien (41.2 %). Der Preis pro Aktie für die aktienbasierte Vergütung entspricht dem Durchschnittskurs des letzten Quartals 2012 (CHF 29.75). Bei den Mitgliedern der Gruppenleitung betrug die variable Vergütung im Durchschnitt rund 30 Prozent der fixen Entschädigung beziehungsweise 21 Prozent der Gesamtentschädigung.

Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Gesamtentschädigung der Mitglieder des Verwaltungsrates hauptsächlich aufgrund des Austrittes von zwei Mitgliedern um Tausend CHF 63 bzw. 7.2 Prozent ab. Die Entschädigung der Mitglieder der Gruppenleitung ist 2012 um Tausend CHF 1'323 beziehungsweise 46.1 Prozent gestiegen. Diese Zunahme erklärt sich insbesondere damit, dass aufgrund des im Vergleich zum Vorjahr besseren Konzernergebnisses (+535.5 %) der Gruppenleitung eine variable Entschädigung ausgerichtet wurde und die Gruppenleitung neu aus sechs Mitgliedern besteht.

Die Gesamtentschädigung der Mitglieder des Verwaltungsrates und der Mitglieder der Gruppenleitung für das Geschäftsjahr 2012 ist periodengerecht abgegrenzt. Die variable Entschädigung wurde der Erfolgsrechnung 2012 belastet. Die Auszahlung wird jedoch erst im Folgejahr vorgenommen.

5.2 Transparenz der Entschädigungen, Beteiligungen und Darlehen von Emittenten mit Sitz im Ausland

Die Liechtensteinische Landesbank hat ihren Sitz in Vaduz, Liechtenstein. Sie untersteht deshalb grundsätzlich nicht der Bestimmung von Art. 663bbis des Schweizerischen Obligationenrechts (OR). Damit den Anlegern die entsprechenden Informationen aber trotzdem zur Verfügung stehen, verpflichtet die SIX Swiss Exchange Emittenten, deren Sitz nicht in der Schweiz ist, im Rahmen der Corporate-Governance-Berichterstattung Art. 663bbis OR analog anzuwenden.

Die Angaben zu den Entschädigungen und Beteiligungen der Mitglieder des Verwaltungsrates und der Gruppenleitung sowie die Darlehen an dieselben sind im Anhang zur konsolidierten Jahresrechnung der LLB-Gruppe, «Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen», im Detail aufgeführt.

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