Retail & Corporate Banking

Privat- und Firmenkunden

Das Retail & Corporate Banking der LLB-Gruppe umfasst zum einen das Kredit-, Einlagen- und Zahlungsverkehrsgeschäft mit Privatkunden aus Liechtenstein und der Schweiz sowie das Anlage- und Vermögensverwaltungsgeschäft mit einem Vermögen bis zu CHF 0.5 Mio. Zum anderen besitzt es einen hohen Stellenwert für die Liechtensteiner und die Ostschweizer Wirtschaft. Der Fokus des Firmenkundengeschäfts liegt auf vielfältigen Dienstleistungen für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU).

Im Jahr 2012 erwirtschaftete Retail & Corporate Banking einen Geschäftsertrag in Höhe von CHF 98.4 Mio. Dies entspricht einem Anteil von rund 24.1 Prozent der gesamten Erträge der LLB-Gruppe. Stärkster Ertragspfeiler war mit CHF 72.3 Mio. auch im Jahr 2012 das Zinsdifferenzgeschäft. Im Hypothekargeschäft in Liechtenstein konnte die LLB als Marktführerin ihre Position weiter festigen. Die Tochtergesellschaft Bank Linth hat das Hypothekarvolumen in der Ostschweiz weiter ausgebaut. Vor dem Hintergrund historisch tiefer Zinssätze und angesichts eines intensiven Wettbewerbs ging die Zinsmarge zurück. Die Kunden setzten auf Sicherheit, so betrafen viele Kreditanfragen langfristige Festhypotheken. 2012 hat die LLB ihre Kreditpolitik angepasst. Eine konservative Ausleihungspolitik soll ein qualitativ hochstehendes Hypothekenportfolio sichern.

Immobilienmarkt

In Liechtenstein boomt der Hypothekarmarkt, bislang ist aber keine Immobilienpreisblase in Sicht. Die LLB verfolgt proaktiv eine konservative Kreditvergabepolitik hinsichtlich Belehnungswert, Eigenkapital und Tragbarkeit. Während das Volumen im privaten liechtensteinischen Wohnungsbau in den letzten Jahren stark anzog, ist für 2012 eine Bodenbildung zu beobachten. Finanzierungen für Büro- und Gewerbebauten zeigten sich 2012 rückläufig.

Gesamtschweizerisch lässt sich keine Immobilienpreisblase ausmachen. In einzelnen Regionen sind Eigenheime zwar überbewertet, tiefe Zinsen und die hohe Einwanderung stützen jedoch die Preise. Auch in der Ostschweiz haben die Wohnimmobilienpreise 2012 weiter zugelegt. Im Büroflächenmarkt trifft eine sich abschwächende Nachfrage auf eine hohe Neubauaktivität, was tendenziell zu einem Druck auf die Mietpreise führt.

Wirtschaftliches Umfeld

Die Entwicklung in Europa spielt für die Wirtschaftsstandorte Liechtenstein und Schweiz eine wesentliche Rolle, denn für beide Länder ist die EU der wichtigste Handelspartner. Die Exportindustrie musste sich 2012 weiterhin mit Währungseffekten auseinandersetzen. In den ersten zwei Quartalen nahmen die liechtensteinischen Ausfuhren um 3.8 Prozent ab, im dritten Quartal stiegen sie jedoch um 6.4 Prozent und legten bis Jahresende nochmals zu. In der Schweiz stagnieren die Warenexporte seit Anfang 2011. Der hohe Wechselkurs und das verlangsamte Wachstum der Weltwirtschaft liessen die Exporte in der ersten Jahreshälfte 2012 sinken. Insgesamt blieben diese im Jahr 2012 mit einem Wachstum von 0.4 Prozent praktisch unverändert. Stützend auf die Schweizer Wirtschaft wirkten die Bauinvestitionen und der private Konsum. Ausserdem hielt die Schweizerische Nationalbank (SNB) unverändert am Mindestkurs von CHF 1.20 pro Euro fest.

Betriebliche und private Vorsorge

Die Kunden der LLB-Gruppe profitieren von einem ganzheitlichen Betreuungsansatz. Dazu bauen wir die Bereiche private Finanzplanung sowie private und betriebliche Altersvorsorge stetig weiter aus. So hat sich die Liechtensteinische Landesbank AG auf dem Vorsorgeplatz Liechtenstein als Kompetenzzentrum für die betriebliche und private Altersvorsorge etabliert.

Das Vorsorgekapital der LLB Vorsorgestiftung für Liechtenstein verzeichnete vor allem aufgrund der erfreulichen Entwicklung der europäischen Aktienmärkte ein Wachstum und lag per 31. Dezember 2012 bei CHF 348 Mio. (2011: CHF 291 Mio.). Die Vorsorgestiftung betreute 329 (2011: 320) Unternehmen mit 3'895 (2011: 3'345) aktiv Versicherten. Der Schweizer ALVOSO LLB Pensionskasse waren 255 (2011: 253) Unternehmen mit 1'350 (2011: 1'268) Mitarbeitenden angeschlossen. Das Vorsorgekapital belief sich auf CHF 175 Mio. (2011: CHF 159 Mio.).

Die Verzinsung der Alterskapitalien der Versicherten lag bei 2.5 Prozent. Die jährlichen Altersgutschriften betrugen rund CHF 27 Mio. Nach Grösse und Marktanteilen belegt die LLB Vorsorgestiftung als jüngste Vorsorgestiftung des Landes Platz zwei unter den unabhängigen Sammelstiftungen in Liechtenstein. 2012 haben wir unsere technischen Grundlagen überprüft. Im Mittelpunkt stand dabei zum einen der technische Zinssatz, der angesichts der demografischen Entwicklung per 1. Januar 2012 auf 3.5 Prozent gesenkt wurde. Zum anderen ging es um die Festlegung des Rentenumwandlungssatzes, der ab 1. Januar 2015 von derzeit 7.0 Prozent auf 6.8 Prozent reduziert wird. Die LLB Vorsorgestiftung für Liechtenstein verfügt über eine sehr gute Versichertenstruktur: Einem Rentner stehen sechzig aktive Versicherte gegenüber.

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