Private Banking

Kern- und Wachstumsmärkte

Das Private-Banking-Geschäft steht für das nationale und internationale Wealth Management der LLB-Gruppe. Es unterteilt sich in das lokale Vermögensverwaltungsgeschäft mit vermögenden Kunden in Liechtenstein, der Schweiz und Österreich sowie in das grenzüberschreitende Vermögensverwaltungsgeschäft mit Kunden aus dem Ausland. Im Jahr 2012 erwirtschaftete Private Banking einen Geschäftsertrag in Höhe von CHF 91.0 Mio. Dies entspricht einem Anteil von rund 22.3 Prozent der gesamten Erträge der LLB. Per 31. Dezember 2012 verwaltete sie 34.6 Prozent der Kundenvermögen.

Unser Fokus liegt auf den Onshore-Märkten Liechtenstein, Schweiz und Österreich, unseren traditionellen Cross-Border-Märkten Deutschland und Italien, auf den Wachstumsmärkten Zentral- und Osteuropa sowie Naher und Mittlerer Osten. Wir verfügen über Banklizenzen in Liechtenstein, der Schweiz und Österreich. Von dort aus bedienen wir auch unsere Kunden in Zentral- und Osteuropa. Von den Repräsentanzen in Abu Dhabi und Dubai aus konzentrieren wir uns auf Kunden im Nahen und Mittleren Osten. Die verwalteten Vermögen in den Emerging Markets wachsen überdurchschnittlich und gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Steuerliche Konformität

Steuerfragen haben für die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Liechtenstein einen hohen Stellenwert. Die letzten Jahre brachten weitreichende Veränderungen. Liechtenstein hat sich für eine Finanzplatzstrategie entschieden, die auf steuerliche Konformität von ausländischen Kunden setzt. Die Basis der Finanzmarktpolitik bilden bilaterale, langfristig ausgelegte Kooperationsvereinbarungen mit ausländischen Finanzbehörden. Gleichzeitig will Liechtenstein sein Profil als professionelles Zentrum für international ausgerichtete, innovative und nachhaltige Bankgeschäfte stärken (siehe Kapitel «Regulatorische Vorgaben und Entwicklungen»).

Mit der Liechtenstein-Erklärung vom 12. März 2009 hatte sich das Land zum globalen OECD-Standard bei der Amtshilfe in Steuersachen bekannt. Mit 25 Ländern wurden inzwischen Steuerinformationsaustauschabkommen (TIEA: Tax Information Exchange Agreement) oder Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zur grenzüberschreitenden Amtshilfe nach den Regeln der OECD abgeschlossen. Per 1. Januar 2013 sind 24 davon in Kraft, darunter ein DBA mit Deutschland und eines mit Grossbritannien. Am 1. Januar 2014 wird ein Abgeltungssteuerabkommen mit Österreich folgen, das am 29. Januar 2013 in Vaduz unterzeichnet wurde. Ein weiteres wichtiges Steuerthema ist das US-Gesetz «Foreign Account Tax Compliance Act» (FATCA). Das Land Liechtenstein hat im Februar 2013 entschieden, sich zur Umsetzung des FATCA-Regelwerks an das EU-5-Mustermodell anzulehnen.

Grenzüberschreitendes Banking

Das grenzüberschreitende Private Banking (Cross Border Banking) ist besonders abhängig von regulatorischen und wirtschaftlichen Entwicklungen. Die Übernahme des OECD 26 Standards hat für Liechtenstein wie für die Schweiz Reputationsrisiken vermindert und die Rechts- und Planungssicherheit erhöht. Dies wird mittel- bis langfristig positive Auswirkungen auf das Cross Border Banking haben. Zugleich sehen sich die Banken mit tieferen Margen konfrontiert. Diese sind in erster Linie auf erhöhte Kosten durch strengere regulatorische Auflagen und den verschärften internationalen Wettbewerb zurückzuführen.

Private-Banking-Kunden sind häufig informierte, erfahrene und professionelle Akteure. Sie erwarten Kundennähe sowie eine professionelle und nachvollziehbare Beratung, die ihnen mit fachlicher Expertise und Empathie hilft, eine bessere Anlagerendite zu erreichen als sie es selbst könnten. Sie wünschen sich eine vertrauenswürdige und transparente Geschäftspolitik, bei der die Interessen von Kunden und Bank im Einklang sind.

Die LLB-Gruppe geht davon aus, dass die Qualität der Dienstleistungen, die ökonomische und politische Stabilität Liechtensteins sowie die Sicherstellung der Privatsphäre das gewachsene Vertrauen unserer Kunden langfristig weiter festigen wird. Zugleich nimmt die LLB in Liechtenstein eine Vorreiterrolle ein, seit sie am 1. Oktober 2012 einen risikobasierten Ansatz mit steuerlicher Selbstdeklaration ausländischer Neukunden zum Standard erklärt hat. Die hohe internationale Staatsverschuldung, Inflationserwartungen und politische Unruhen weisen darauf hin, dass die Bedeutung Liechtensteins als «sicherer Hafen» zunimmt.

nach oben